meine (unsere) Tage am Glockner
16. September 2009
ich muß die Zeit nutzen, solange alle Erinnerungen noch so frisch sind…..
1. Tag. nach knapp drei Stunden Schlaf Treffpunkt um 6 Uhr Früh – der Bus fährt los. Mein Vorhaben im Bus zu schlafen scheitert- ich spüre die Aufregung und unseren bevorstehenden Gipfelanstieg. Die Hetzerein der letzten Tage haben auch zu einem komplett überpackten Rucksack geführt- dieser wird mich bis fast an die Spitze des Glöckner begleiten.
In Kals angekommen- kennenlernen der anderen beiden Bergführer- Martin und Toni (Hanns hatten wir bereits auf der Rax kennengelernt) und des Kamerateams. Es beginnt der Aufstieg. Mit meiner normalen Körperverfassung wäre der Aufstieg ein klax. Mit meinem “zu viele Kilos” Rucksack und der Übermüdung stoße ich tatsächlich an meine Grenzen. Der Aufstieg wird allerdings ab der Hälfte mit einem wolkenlosen Blick auf den Gipfel belohnt. Auf der Salm Hütte angekommen, werden wir mit einem dreigängigem Menü verwöhnt und fallen gleich anschließend in unsere Matratzenlager.
Am nächsten Tag steht akklimatisierung auf dem Programm und eine Trittschulung mit unseren Bergführern. Hier bekommen wir wertvolle Tipps, wie man sich in unwegsamen, steilem und steinigem Gelände fortbewegt wie auch mit Steigeisen am Gletscher. Der Tag hat mir zum “ankommen” sehr gut getan.
Tag 3: Anstieg von der Salmhütte auf die “Adlersruh” – Erzherzog Johann Hütte über einen Klettersteig und wieder ein Stück Gletscher. Dieser Anstieg war dann schon ein wenig leichter- ich hatte wesentlich mehr Schlaf… Bereits von der Adlersruh genießt man bei freier Sicht (die wir zum Glück hatten) einen unbeschreiblichen Ausblick. Schön langsam steigt die Anspannung vor dem Gipfelsturm. Am Abend werden uns noch zwei Bergführer “zugeteilt” – wir gehen in insgesamt 4 Seilschaften.
Ich kann in der Nacht kaum schlafen. Meine Gedanken drehen sich nur um den Gipfelaufstieg. Ich denke mir mehrmals in der Nacht- mich bringen keine 10 Pferde auf den Gipfel- irgendwie hatte ich keine Motivation mehr.
Dann der Morgen. Leichtestes Gepäck- da wir wieder auf die Hütte nach dem Gipfel zurückkehren. Ich bin mit Manuela und Thomas in einer Seilschaft. Unser Bergführer ist Martin. Zuerst ein Aufstieg über den Gletscher- der zum Felsen zu immer steiler und steiler wird. Wir arbeiten uns mit Steigeisen vor, die wir die ganze Zeit nicht ausziehen. Und schon bald kommt unsere erste Wartezeit- und es sollte nicht die letzte sein. Es sind so viele Leute unterwegs- das habe ich auf einem Berg noch nie erlebt. Die Bergführer hatten uns schon vorgewarnt- allerdings das glaubt man erst, wenn man es selbst gesehen hat. es war einfach irre. Es gibt einige Passagen wo ein vorbeigehen oder überholen kaum oder nur sehr schwer möglich ist- ebenso langsam kamen wir voran. Schnell wurde mir klar- der Weg ist das Ziel. So viele Leute wie hier unterwegs waren, und so wenig Platz wie auf dem Gipfel ist- da konnte ich mir ausrechnen, das wir zum einen nicht lange oben sein werden und das es auch nicht sonderlich gemütlich sein sollte. Noch spielte das Wetter mit. Auch wenn schon vereinzelt Wolken aufzogen.
Wir erreichten den Gipfel. und genau so war es. Durch die langen Wartezeiten waren wir bei dem kalten Wind schon einigermaßen erschöpft. Es gab ein kurzes Fotoshooting- ein kurzes Innehalten- und auf Grund der allgemeinen Situation stiegen wir wieder ab. Der Abstieg gestaltete sich ähnlich wie der Aufstieg.
Wieder bei der Hütte angekommen gönnten wir uns die eine oder andere Suppe zur Stärkung. Anschließend begann der Abstieg zur Stiedlhütte, von der wir am nächsten Tag weiter zurück zum Parkplatz wanderten, wo bereits der Bus auf uns wartete.
Für mich war es eine ungemein tolle Erfahrung und ich nehme mir sehr viel von dieser Tour mit. Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Mit Manuela und Thomas in der Seilschaft- mit Martin als mehr als souveränen Bergführer. Die Gespräche mit Daniela, Heike und Michael. Und die Begegnung mit Lisbeth.
Es war eine wunderbare Zeit, die ich nicht vergessen werde.
Zu guter letzt- an Manuela:
Dein Eintrag hat mich sehr berührt. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Günther Berger