Nachtgedanken
27. August 2009
Es ist spät und ich werde gleich meine Augen schließen.
Mir geht seit Jahren der Satz nicht mehr aus dem Kopf, dass der Schlaf der kleine Bruder des Todes sei:
Mich erinnert das an den Moment kurz vor dem Einschlafen, wenn ich – obwohl im Bett – das Gefühl habe zu fallen. Oder wenn ein Mensch in meinen Armen schon zu schlafen scheint und plötzlich zuckt.
Dann – so hieß es in dem Zitat weiter – würde die Seele den Körper verlassen und für die Stunden der Nacht auf Reisen gehen.
Apropos reisen: Als ich folgendes Gedicht gelesen habe, dachte ich an den Moment, oben angekommen zu sein. Sei es nun oben auf dem Berg oder ganz bei mir selbst:
Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muß in dir selber leben.
Wenn’s deinem Innersten gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
Ist all dir wenig nütze.
Das flücht’ge Lob, des Tages Ruhm
Magst du dem Eitlen gönnen;
Das aber sei dein Heiligtum:
Vor dir bestehen können.
Theodor Fontane
Gute Nacht!
Thomas