Was bringt es, auszubrechen?
17. August 2009
Letzten Sommer hatte ich die Gelegenheit mit dem Verein Tauchen als Therapie (www.tauchen-als-therapie.de) etwas Neues zu wagen.
Ähnlich wie bei der Großglocknertour richtet sich das Angebot an Jugendliche und junge Erwachsene nach Krebs.
Im Folgenden findet ihr den kurzen Artikel, den ich für die Vereinszeitschrift geschrieben habe. Ich bin schon neugierig darauf, nun nicht in die Tiefe, sondern in die Höhe vorzustoßen.
Vielleicht noch soviel zur Überschrift: Ausbrechen und Ausbruch. Ich persönlich denke dabei sowohl an den Ausbruch des Tumors, als auch an mein eigenes Ausbrechen: Ausbrechen aus der Normalität, aber auch aus den Klischees und der Rolle eines Krebs-”Opfers”.
Bald gehts also los: Raus aus dem Alltag, rauf auf den Gipfel, hinein in etwas Neues. Ich wünsche uns allen spannende Ausbrüche!
Hier der Artikel:
“Was bleibt?
Wenn Sie auf Ihre Lebensjahre zurückschauen – was bleibt? Was bleibt einem von seiner Schulzeit, was von der ersten Verliebtheit, was von all den Stunden in Arbeit und Beruf?
Zwischen Schläuchen, Schmerzen und Isolation tauchen solche Fragen auf. Wir durften abtauchen. Faktisch nur 12m (für Anfänger), aber es ist mehr. Im Meer der Farben, der Stille und der Schwerelosigkeit kommt etwas von der Schwerelosigkeit zurück, die sonst nur wie eine ferne Gestalt am Horizont der Kindheit zu uns herüberwinkt und die uns aus dem Leib geschnitten, durch Infusionen ausgeleitet oder wegbestrahlt worden ist.
Mir persönlich bleiben zwei Dinge: Erfahrungen und Erinnerungen. Die Erfahrung der Leichtigkeit und des Erfolgs. Mühelos durch diese neue Welt zu schweben, mit Technik und Respekt sich einen neuen Raum zu erschließen.
Und die Erinnerung an eine bunte Patchwork-Familie für 15 Tage. Unter der Sonne der Türkei […] war es ein Hauch Garten Eden. Sich nicht kümmern müssen, lachen, diskutieren, essen, schlafen, (tag-)träumen, lesen – nichts müssen, alles können; das ist es, was mir so nachdrücklich in Erinnerung geblieben. Das hat nach Leben geschmeckt. Und mancher Blick auf Fotos dieser Tage lässt den Geschmack dieser Tage wieder wach werden.
Der Alltag ist nicht süß. Aber der Alltag bleibt unser Bewährungsfeld. Allerdings hilft es gerade dort ruhig zu atmen und nicht in hektische Bewegungen zu verfallen.
Für mich sind Erlebnisse und Erfahrungen wie Atemluft beim Tauchen. Und der Druck meiner Atemflasche ist nach [dieser] wieder bei 200bar.
Veränderung und Bewegung. Kurz: Leben. Das bleibt. Nicht mehr und nicht weniger.”
Thomas